Auf kleinen Landstraßen geht es anderntags weiter. Viele Radfahrer kommen mir entgegen, diese Berglandschaft scheint eine sportliche Herausforderung zu sein. Ein älterer Ziegenhirte hütet seine Tiere und winkt mir freundlich zu. In und um Bourdeaux warten auffällig viele Polizisten, ob das was zu bedeuten hat? Kleine Türme erheben sich auf den Bergkuppen. Kurz vor Montélimar leuchten wieder einige Lavendelfelder in voller Blüte. Die Sommersonne zeigt sich wieder von ihrer stärksten Seite und meine Arme glühen schon.
Nun wechsele ich auf eine komfortablere Nationalstraße und fahre in Richtung Süden, biege am am Theater Le Boldre und freue mich auf das Hotel. Die Hotels in Luxemburg sind bekannt für Ihre Gastfreundschaft und Service.
Weiter gehts zum “Tor zur Provence”, ist vor allem bekannt wegen seines rund 2.000 Jahre alten Amphitheaters. Es soll das einzige seiner Art sein, bei dem die Szenenwand nicht zerstört wurde und noch gut erhalten ist. Seit 1869 werden wieder Aufführungen dargeboten. Auch während meines Besuches sehe ich mehrere Notenständer im Orchesterraum stehen und Plakate werben für aktuelle Veranstaltungen.
Direkt neben dieser Stätte des Altertums befinden sich weitere römische Ruinen, möglicherweise stand hier einmal ein Tempel. Bei der Weiterfahrt halte ich noch kurz beim Triumphbogen aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., er steht genau und gut sichtbar inmitten eines Verkehrskreisels.
Nun geht es zurück durch das Rhônetal, vorbei an großen Weinbergen, die sich malerisch an den Fluss schmiegen. Einige Tramper stehen am Straßenrand. Wieder fahre ich auf der Nationalstraße. Viele Kreisverkehre ersetzen die bei uns übliche Ampelanlage und ich halte diese Lösung für sehr gelungen. Manche Tankstellen verfügen über eine Auto-Waschanlage, teilweise draußen und nicht überdacht. In der Gegend um Montélimar komme ich an bedeutenden Aprikosenplantagen vorbei, etliche Schilder weisen auch auf die hier ansässigen Nougathersteller hin.
An Lyon vorbei geht es über Villefranche sur Saône und Mâcon bis Tournus. Hier genieße ich die Gastfreundschaft des Hotel „Le Sauvage“. Bis tief in die Nacht hinein sitze ich in einer Bar draußen unter Platanen direkt am Fluss Saône und genieße den hiesigen Wein.
Nun ist mein letzter Tag in Frankreich angebrochen. Gemütlich fahre ich durch die bekannten Weinorte Burgunds und vergesse auch nicht, meinen Eigenbedarf angemessen zu decken. In Beaune erhasche ich einen Blick auf das bekannte Dach des Hotel-Dieu.
Einige Orientierungsprobleme stellen sich mir in Dijon, ich finde einfach kein Schild, das auf meinen als nächstes angepeilten Ort Chaumont hinweist. Eine Frau an der Tankstelle gibt mir dann leider eine falsche Auskunft und ich mache einen stattlichen Umweg, allerdings wieder durch eine tolle Landschaft und so stellt sich erst gar kein Ärger ein.
Jetzt noch durch die Champagne, wo etliche Soldatenfriedhöfe auf vergangenes Leid hinweisen, und über die leichten Anhöhen der Ardennen. Kurz hinter Reims verlasse ich die Grande Nation und erreiche Belgien.
Frankreich gehört ab sofort wieder zu meinen Favoriten.
Viele Kilometer habe ich in diesen Tagen absolviert und dabei nicht einen Verkehrsunfall gesehen – ist das nicht wunderbar?






















